Bündnis kämpft für Erhalt der Wache RP 29.05.2019

Klaus Overmeyer (Die Linke), Jürgen Bartsch (Grüne), Herbert Becker (FDP), Jürgen Madry (SPD) und Erich Weisser (CDU) – von links – an der DRK-Rettungswache am Melkweg. Sie wollen stärker an den Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Die Rheinberger Fraktionen von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linke attackieren den Kreis Wesel wegen dessen Haltung zu den nächtlichen Notarztstandorten

So viel Einigkeit herrscht selten im Rheinberger Rat. Bei der Bewertung des Themas „Nächtliche Notarztstandorte“ passt allerdings kein Blatt zwischen die Fraktionen. CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke sind mächtig sauer darüber, wie der Kreis Wesel die Rheinberger abblitzen lässt. „Bisher war es Konsens, dass wir uns als Politik zurückhalten und den Kreis in Ruhe arbeiten lassen“, sagte der am Dienstag FDP-Fraktionsvorsitzende Herbert Becker. „Aber diese Haltung darf jetzt nicht zum Bumerang werden.“

Bisher gibt es die Rettungswachen Rheinberg und Xanten, beide auch nachts mit einem Notarzt besetzt. Der vom Kreis beauftragte Gutachter hat vorgeschlagen, die Standorte am Xantener Krankenhaus und in der Rheinberger DRK-Zentrale am Melkweg zugunsten einer neuen Rettungswache in Alpen aufzugeben. Das wollen weder die Xantener, noch die Rheinberger hinnehmen. Anders als die drei großen Städte im Kreis mit eigenen Rettungswachen – Moers, Wesel und Dinslaken – werden die kleineren Kommunen nicht gefragt.

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Kritik an mangelnder Information

Zeiten Die Hilfsfrist ist kreisweit in 88,67 Prozent der Fälle erreicht. 90 Prozent sollen es sein.

Information Die Politik war vom Kreis nicht über den Entwurf des Gutachters informiert worden – nur die Bürgermeister.

„Uns gefällt nicht, dass wir kaum beteiligt sind. Wir möchten stärker eingebunden werden“, machte SPD-Chef Jürgen Madry deutlich. Zumal Rheinberg schon Zugeständnisse hinnehmen müsse, wie Jürgen Bartsch (Grüne) erklärte: „Anders als in größeren Städten, wo der Rettungsdienst nach spätestens acht Minuten zur Stelle sein muss, gelten für Rheinberg zwölf Minuten. Und das dürfte sich mit der neuen Regelung noch verschlechtern.“ Erich Weisser: „Wie es ein Rettungswagen in zwölf Minuten von Alpen bis nach Orsoy oder Eversael schaffen soll, muss mir mal jemand erklären.“ „Wir fühlen uns ausgeschlossen“, sagte Klaus Overmeyer (Die Linke) dazu. Eine Mitte Mai vom Kreis herausgegebene Pressemitteilung habe dem Fass den Boden ausgeschlagen, unterstrichen die Fraktionschefs. Bartsch: „Darin teilte der Kreis mit, dass die Xantener ihre Wache noch mindestens ein Jahr behalten dürfen, während Rheinberg nicht mit einem Wort erwähnt wird.“ Man dürfe nicht denjenigen, die am lautesten schreien (gemeint waren die Xantener), Zugeständnisse machen, und die, die sich fair verhielten, auflaufen lassen, betonte das kritische Quintett. Jürgen Bartsch: „Das ist jetzt schon die zweite Kommunikationspanne des Kreises.“

Im zuständigen Kreisausschuss für Verkehr, Rettungswesen und Ordnungsangelegenheiten, der am 24. Juni tagt, will das Bündnis seine Position auf die Tagesordnung setzen lassen. Eine Resolution soll verfasst werden. Herbert Becker: „Für uns steht klar im Vordergrund, dass Menschen, die Hilfe brauchen, so schnell wie möglich geholfen wird.“

Von Uwe Plien

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