Grundstein für „Woodpower“ ist gelegt RP 09.10.2019

RP-Foto: Armin Fischer Peter Meulmann (von rechts) fotografiert bei der Grundsteinlegung Ute Reuther, Klaus Kawohl, Minister Andreas Pinkwart, Sylvio Montag, Philippe Kehren, Frank Tatzel und Norbert Mülders.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart gratulierte Solvay zum Start des Kraftwerkprojekts in Rheinberg. Mit der Anlage, in der Altholz verbrannt wird, spart das Chemie-Unternehmen künftig rund 190.000 Tonnen CO2 ein.

„Das sieht ja gut aus hier!“ Andreas Pinkwart ließ seiner Begeisterung für das „Woodpower“-Projekt schon bei seiner Ankunft auf dem Solvay-Gelände in Rheinberg freien Lauf. Der Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen war der prominenteste Gast bei der Grundsteinlegung für das Holzkraftwerk im Kreis Wesel.

Ihm sei es eine ganz besondere Freude, an der Grundsteinlegung für dieses Projekt mitwirken zu können. Auch deshalb, weil es die Notwendigkeit unterstreiche, „unsere Industrie auf dem Weg zu Klimaneutralität mitzunehmen“, wie er sagte. Im Industrieland Nordrhein-Westfalen, wo vieles auf Verbrennung von Stein- und Braunkohle basiere, könne man nur hoffen, dass die vielen energieintensiven Industrien sich innovativen Technologien öffneten. Die Landesregierung begleite das Bemühen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren durch die Schaffung von Rahmenbedingungen. „Für uns“, so Pinkwart, „ist die Chemie nicht das Problem, sondern meistens die Lösung des Problems“.

Für die Solvay-Ingenieure hatte der Minister viel Lob übrig: „Sie nehmen das Energiethema selbst in die Hand und setzen auf Innovation. Und nicht nur das: Sie setzen auch auf Investition. Vielen Dank an das Team, das das Projekt hier in Rheinberg an den Start gebracht hat.“ Mit dem Bau des Holzkraftwerks mit angeschlossener Altholzaufbereitungsanlage treffe Solvay eine „wichtige und zukunftsweisende Investitionsentscheidung“. Selbstkritisch ergänzte der Mann aus Düsseldorf, dass man bei den Genehmigungsverfahren noch besser und schneller werden könne.

Solvay-Werksleiter Norbert Mülders begrüßte in einem regensicheren Zelt auf der Baustelle an der Kreuzung Xantener Straße (L 137)/Zollstraße zahlreiche Gäste. Mitarbeiter von Solvay und dem Partnerunternehmen AVG ebenso wie „Nachbarn“ wie die Unternehmen Inovyn oder Aaldering. Vertreter der Stadt Rheinberg und der Gemeinde Alpen waren ebenso gekommen wie Verantwortliche von Industrie- und Handelskammer und zahlreiche Politiker. Neben dem Solvay-Betriebsrat war auch IG BCE-Gewerkschaftssekretär Guido Freisewinkel anwesend. Er machte am Rande der Veranstaltung deutlich, dass die Gewerkschaft das „Woodpower“-Projekt ausdrücklich begrüße.

Mülders fasste zusammen, wobei es bei „Woodpower“ gehe. „Es ist das größte Klimaschutzprojekt in Rheinberg“, so der Werksleiter. „Wir sparen 190.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein – das sind 25 Prozent unseres Gesamtausstoßes.“ Es gehe, darin waren sich Pinkwart und Mülders einig, um die Sicherung des Standortes und der Arbeitsplätze von 400 Solvayanern und 250 weiteren bei Partnerunternehmen. Mülders verwies nicht ohne Stolz darauf, dass das Projekt „Woodpower“ von der Idee bis zur Umsetzung „made in Rheinberg“ sei. Stellvertretend für das Entwicklungsteam nannte er seine Kollegen Ute Reuther und Heinrich Sackers. Die eigentliche Grundsteinlegung fand dann aus Sicherheitsgründen im kleinen Kreis auf der Baustelle statt. Eine „Zeitkapsel“ aus Edelstahl mit verschieden Utensilien wie Münzen, Zeitungen und sogar einem Fläschchen Underberg (das steuerte Unternehmerin Christiane Underberg bei) wurde mit eingemauert.

Nun hoffen Solvay und AVG auf die rasche Genehmigung für „Woodpower“. Solvay hat für die Brennkesselanlage die Genehmigung auf vorzeitigen Baubeginn für bestimmte Gewerke. AVG wartet noch auf ein solches Schreiben der Bezirksregierung Düsseldorf, um mit den Vorbereitungen für die Holzaufbereitung loslegen zu können.

Info
Rund 300.000 Tonnen Altholz pro Jahr

Partner Das Unternehmen AVG kümmert sich künftig um Anlieferung und Aufbereitung des Altholzes, das im Kraftwerk verbrannt wird. Das Unternehmen plant mit 300.000 Tonnen Altholz pro Jahr.

Ziele Bürgermeister Frank Tatzel sagte, dass „Woodpower“ das größte C02-Einsparprojekt in der Stadt sei und damit vollkommen in Linie mit den Rheinbergs Klimazielen stehe.

Von Uwe Plien

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